Ausbildungslehrgang zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa)

Die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) ändert sich. Diese Änderungen gibt es nicht nur für die Versicherten der UVB, sondern bundesweit stellen alle Anbieter den neuen Ausbildungslehrgang zur Fachkraft für Arbeitssicherheit sukzessive um. Für die Versicherten der UVB beginnt der Start im März 2021. Bereits jetzt werden jedoch schon alle zugelassenen Kandidaten/innen in die Kurse der neuen Ausbildungsform eingeplant. Die Zeit dazwischen ist erforderlich, um von aktuell auf neu umstellen zu können. Die UVB lässt sich bei der Ausbildung in gewohnter Weise vom Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützen.

Die Konzeption

Um die Aufgabe einer Fachkraft für Arbeitssicherheit erfüllen zu können, ist die Entwicklung eines professionellen Rollenverständnisses sowie der Erwerb der notwendigen Fachkenntnisse und Kompetenzen erforderlich.

In der neuentwickelten Konzeption werden im Rahmen der Ausbildungsstufen I und II auch digitale Medien und Kommunikationsformen eingebunden. Der Ausbildungslehrgang kombiniert internetgestütztes Selbstlernen mit Präsenzlernen in Seminaren und Praxisphasen im Betrieb. Während der Präsenzphasen werden die beim Selbstlernen erworbenen Kompetenzen reflektiert und handlungsorientiert vertieft. Gegenstand des Praktikums ist die Anwendung des Gelernten in der betrieblichen Praxis mit dem Ziel, reale Probleme des entsendenden Betriebs zu lösen. Die „Sifa-Lernwelt“ begleitet die die Teilnehmenden als digitale Lernplattform in allen Phasen der Ausbildung und ermöglicht flexibles und abwechslungsreiches Lernen im Kontakt mit den Lernbegleitenden und den anderen Teilnehmenden. Handlungssituationen unterstützen die schrittweise Einarbeitung in das zukünftige Aufgabengebiet („training on the job“). Lernerfolgskontrollen geben eine Rückmeldung über bereits erworbene Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Der Zeitrahmen

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer durchläuft die Ausbildung nach einem festen Terminplan. Dadurch werden der angestrebte gemeinsame Kompetenzerwerb und die Vernetzung der Teilnehmenden erreicht.

Zwischen Beginn und Ende der Qualifizierung liegen etwa 85 Kalenderwochen:

  • vier Seminare à 5 Tage in einer Bildungsstätte
  • vier Seminare à 3 Tage in einer Bildungsstätte
  • ca. 33 Tage begleitete selbstorganisierte Lernzeit
  • ca. 37 Tage Praktikum im Betrieb
  • sechs Lernerfolgskontrollen (LEK)

Die Elemente sind inhaltlich und zeitlich eng miteinander verzahnt und stellen aus diesem Grund hohe Anforderungen an die Teilnehmenden und an die entsendenden Betriebe. Die Reihenfolge der Ausbildungselemente („Lernfelder“) ist von der Konzeption fest vorgegeben. Ein Wechsel in einen anderen Kurs oder ein Tausch von Lernfeldern ist zukünftig nahezu ausgeschlossen. Deshalb empfehlen wir, die Ausbildung mit einem praktikablen Zeitmanagement gut zu organisieren.

Die Ausbildungsstufe III – der sogenannte branchenspezifische Teil – schließt sich daran an und erfolgt bis auf Weiteres wie bisher für den Bereich Bahn in Form eines Präsenzseminares und im Bereich Bund durch Bearbeitung von fachspezifischen Lektionen als Fernlehrgang.

Die Zulassungsvoraussetzungen

Eine zukünftige Fachkraft für Arbeitssicherheit ist gegenüber Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit positiv eingestellt. Sie ist im Betrieb gut vernetzt und als kompetente Ansprechperson anerkannt. Diese Voraussetzungen erleichtern ihre spätere Tätigkeit und machen sie effektiv. Teilnahmeberechtigt sind:

  • Ingenieurinnen und Ingenieure, die berechtigt sind, diese Berufsbezeichnung zu führen oder einen Bachelor- oder Masterabschluss der Studienrichtung Ingenieurwissenschaften erworben und danach eine praktische Tätigkeit in diesem Beruf mindestens zwei Jahre lang ausgeübt haben.
  • Staatlich anerkannte Technikerinnen und Techniker, die die Prüfung erfolgreich abgelegt und danach eine praktische Tätigkeit in diesem Beruf mindestens zwei Jahre lang ausgeübt haben.
  • Meisterinnen und Meister, die die Prüfung erfolgreich abgelegt und danach eine praktische Tätigkeit in dieser Position mindestens zwei Jahre lang ausgeübt haben.

Wir bitten um Verständnis, dass die UVB ablehnend gegenüber Abweichungen von diesen persönlichen Mindestvoraussetzungen steht und die Einhaltung der Zulassungsvoraussetzungen im Vorfeld genau überprüft.

Die vorgesehene Einsatzzeit im Betrieb nach der Ausbildung muss außerdem mindestens 300 h/Jahr betragen.

Die betrieblichen Voraussetzungen

Für eine erfolgreiche Teilnahme müssen folgende Rahmenbedingungen erfüllt sein:

  • digitales Endgerät muss zur Nutzung im Betrieb, zuhause und in der Bildungsstätte zur Verfügung stehen,
  • freier Internetzugang,
  • Zeit zur Bearbeitung der Aufgaben,
  • Zeit zur Einhaltung des Ausbildungszeitplans.

Die Kooperationsvereinbarung

Die Einhaltung der zuvor genannten betrieblichen Voraussetzungen lässt sich die UVB zukünftig von allen Betrieben und Dienststellen durch Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zusichern. Qualifizierung ist nämlich nicht nur zeit-, sondern auch kostenintensiv. Aus diesem Grund behält die UVB es sich vor, sich die Ausbildungskosten vom versicherten Betrieb bzw. der Dienststelle erstatten zu lassen, wenn ein/e Kandidat/in die Ausbildung nicht erfolgreich zu Ende absolviert oder nicht für mindestens fünf Jahre als Sifa zum Einsatz kommt. Die Personalauswahl sollte deshalb äußerst sorgfältig und langfristig geplant vorgenommen werden.