Arbeiten im Ausland – versichert durch die UVB

Durch die Globalisierung kommt es zu einer immer stärkeren Verflechtung der Weltwirtschaft. Infolgedessen werden Niederlassungen im Ausland gegründet, die die ausländischen Kunden vor Ort betreuen. Neben Einheimischen werden dazu auch immer häufiger Mitarbeiter aus Deutschland eingesetzt. Bei diesen Auslandseinsätzen stellt sich dann die Frage, ob und in welchem Umfang die innerstaatlichen Regelungen zur gesetzlichen Unfallversicherung während des Auslandsaufenthaltes auch weiterhin gelten.

Versicherungsschutz nach § 4 SGB IV (Ausstrahlung)

Nach § 4 SGB IV stehen Beschäftigte eines inländischen Arbeitsverhältnisses bei einer betrieblichen Tätigkeit im Ausland auch dann unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn der Auslandseinsatz im Voraus zeitlich begrenzt ist und die Beschäftigten nach Beendigung des Auslandsaufenthaltes ihr Beschäftigungsverhältnis beim inländischen Arbeitgeber fortsetzen.

Dies gilt nicht bei längeren, zeitlich nicht begrenzten Auslandsaufenthalten oder für Beschäftigte, die ausschließlich für Auslandstätigkeiten eingestellt werden. Für die Staaten der Europäischen Union sowie der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island und alle Länder mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, hat der Gesetzgeber eine zeitliche Befristung des Versicherungsschutzes festgelegt. Diese liegt zwischen zwölf und 36 Monaten. Um diese Lücke zu schließen, können Unternehmen ihre Beschäftigten durch den Beitritt zur Auslandsversicherung absichern.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen gibt das Merkblatt zur gesetzlichen Unfallversicherung bei Entsendung ins Ausland.

Versicherungsschutz durch die Auslandsversicherung

 Liegt keine Ausstrahlung nach § 4 SGB IV und damit (grundsätzlich) auch kein Schutz durch die deutsche gesetzliche Unfallversicherung vor, greift der Schutz der Auslandsversicherung. Eine Auslandsversicherung kann immer dann vom Unternehmer abgeschlossen werden, wenn die zeitliche Befristung des Auslandseinsatzes nicht von vornherein gegeben ist, die zeitliche Befristung des Auslandsaufenthaltes überschritten wird oder in einem Staat gearbeitet wird, mit dem kein Sozialversicherungsabkommen besteht.

Versicherungsschutz gewährt die Auslandsversicherung aber insbesondere dann, wenn der Beschäftigte extra für den Auslandseinsatz eingestellt wurde und zuvor kein inländisches Beschäftigungsverhältnis bestand. Diese Konstellation liegt häufig vor, wenn kurzfristig Helfer für befristete Einsätze in Katastrophengebieten gewonnen werden müssen.

Nähere Informationen können Sie der Richtlinie für die Auslandsunfallversicherung entnehmen.

Spezieller Versicherungsschutz im Ausland

Keinen Schutz durch die Auslandsversicherung benötigen Beschäftigte, die aufgrund spezieller gesetzlicher Vorschriften auch bei einer Beschäftigung im Ausland unter den Schutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung fallen.

Anmeldung zur Auslandsversicherung

Da es sich um eine freiwillige Versicherung handelt, müssen die im Ausland tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter namentlich bei uns angemeldet werden. Die Anmeldung muss schriftlich vor Beginn des Auslandsaufenthaltes erfolgen. Der Versicherungsschutz kann frühestens ab dem Eingang der Anmeldung bei uns gewährt werden.

Bitte nutzen Sie zur Anmeldung das zur Verfügung gestellte Formular

Umfang der Versicherung

Mit der Auslandsunfallversicherung sind Arbeits-, Wegeunfälle und Berufskrankheiten  versichert. Die Versicherungsleistungen  entsprechen dem Leistungskatalog eines Inlandsunfalles.

Kommt es zu einem Versicherungsfall, melden Sie diesen bitte mit den Formularen zur Unfallanzeige beziehungsweise Berufskrankheitenanzeige.

Träger der Auslandsversicherung

Aus wirtschaftlichen Gründen hat sich die UVB mit anderen gesetzlichen Unfallversicherungsträgern zu eine gemeinsamen Einrichtung für die Auslandsversicherung zusammengeschlossen. Finanziert wird die Auslandsversicherung nicht über die Umlage der einzelnen Unfallversicherungsträger, sondern nach der Dauer des Auslandsaufenthaltes.

Derzeit beträgt der Beitrag zehn Euro pro Mitarbeiter und Auslandsmonat, wobei Teile eines Monats als voller Monat gelten. Der Beitrag zur Auslandsversicherung wird einmal im Jahr mittels eines gesonderten Beitragsbescheides geltend gemacht.

Hinweis: Die für die Dauer des Auslandsaufenthaltes gezahlten Entgelte sind der UVB im jährlichen Lohnnachweis nicht nachzuweisen.