Modellprojekt Dienstunfallfürsorge

In einem vierjährigen Modellprojekt hat die UVB seit dem 1. Januar 2017 wesentliche Aufgaben der Dienstunfallfürsorge für Beamte und Richter in Teilen der Bundesverwaltung – genauer gesagt beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, beim Bundessozialgericht, bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, beim Bundesarbeitsgericht, beim Bundesversicherungsamt sowie bei der Bundesagentur für Arbeit übernommen.

Ziele
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Die UVB ist angegliedert an ein flächendeckendes und leistungsfähiges System von medizinischen Einrichtungen und Spezialkliniken mit abgestuften Heilverfahren, das je nach Art und Schwere der Unfallverletzung die geeignete unfallmedizinische Behandlung bereithält. Hierfür sind nur entsprechend qualifizierte und ausgestattete Ärzte, Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen zugelassen.

Die bewährten Strukturen und Instrumente der gesetzlichen Unfallversicherung sowie die Erfahrung und die Spezialisierung der UVB bei der Bereitstellung unfallmedizinischer Behandlung für die Durchführung der Dienstunfallfürsorge soll verunfallten Beamtinnen, Beamten, Richterinnen und Richtern insbesondere nach dem Eintritt von Dienstunfällen mit schwereren Verletzungen zugutekommen.

Aufgaben
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In dem Modellprojekt entscheidet die UVB über die Anerkennung der Dienstunfälle, die Erstattung der Heilverfahrenskosten an die Betroffenen, den Ersatz von Sachschäden einschließlich des Regresses sowie über etwaige Widersprüche. Bei Bedarf leitet die UVB nach dem Abschluss der Heilverfahren die medizinische Begutachtung ein, um über die Gewährung eines Unfallausgleichs zu befinden.

Ausgenommen von dem Modellprojekt sind Angelegenheiten betreffend die unfallbedingte Versetzung in den Ruhestand sowie die Festsetzung der Hinterbliebenenversorgung nach tödlichen Dienstunfällen; diese Aufgaben verbleiben bei den Dienstherren.

Bei der Durchführung des Heilverfahrens berät und betreut die UVB die verunfallten Beamtinnen, Beamten, Richterinnen und Richter, bis hin zur kompletten Übernahme der Überwachung und Steuerung des Heilverfahrens. Dieses Betreuungs- und Beratungsangebot ist für die Betroffenen freiwillig.

Heilverfahrenssteuerung
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Bei der Durchführung des Heilverfahrens berät und betreut die UVB die verunfallten Beamtinnen, Beamten, Richterinnen und Richter, bis hin zur kompletten Übernahme der Überwachung und Steuerung des Heilverfahrens – wenn die Betroffenen dies wünschen.

Eine Recherche und Auswahl von Fachärzten ist nicht erforderlich; die UVB veranlasst, dass die Verunfallten – nachdem sie sich zur Erstuntersuchung bei einem Durchgangsarzt vorgestellt haben – je nach Art und Schwere der Verletzung in die geeignete fachärztliche Behandlung überwiesen werden. Zurückgreifen kann die UVB dabei auf ihre Erfahrung und Spezialisierung bei der unfallmedizinischen Behandlung sowie ein für den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung entwickeltes Netzwerk von ausgewählten und zugelassenen Kliniken und speziellen berufsgenossenschaftlichen Einrichtungen. Davon können die am Verfahren teilnehmenden Beamtinnen, Beamten, Richterinnen und Richter insbesondere nach Dienstunfällen mit schwereren Verletzungen profitieren. Denn die rasche Überweisung in die fachärztliche Behandlung ist in diesen Fällen für den erfolgreichen Verlauf des Heilverfahrens von besonderer Bedeutung.  

Nach schweren Unfallverletzungen führt die UVB auch das Rehabilitationsmanagement durch. Die Rehabilitationsmanagerinnen und Rehabilitationsmanager nehmen nach dem Unfall frühzeitig persönlichen Kontakt zu den Verunfallten bzw. ihren Angehörigen auf. Zusammen mit ihnen und den behandelnden Ärzten vereinbaren sie einen individuellen Rehabilitationsplan, der fortan die Grundlage für die Überwachung und Steuerung des Heilverfahrens bildet. Die Rehabilitationsmanagerinnen und Rehabilitationsmanager begleiten die Rehabilitation fortlaufend als persönliche Ansprechpartner für die Unfallverletzten und organisieren bei Bedarf auch ihre Wiedereingliederung am Arbeitsplatz. Für diese Aufgaben sind sie in einem zusätzlichen Zertifikatsstudiengang speziell ausgebildet.

Die Inanspruchnahme des Beratungs- und Betreuungsangebots der UVB ist freiwillig; den Betroffenen entstehen dadurch keine Kosten. Das Heilverfahren wird auf der Grundlage privatärztlicher Behandlung durchgeführt. Eine Rechnungsstellung an die Betroffenen findet nicht statt; die Abrechnung der Heilverfahrenskosten übernimmt die UVB unmittelbar mit den Ärzten, Kliniken und sonstigen Leistungserbringern.

Verfahren
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Heilverfahrenssteuerung durch die UVB

Möchten Sie die Überwachung und Steuerung des Heilverfahrens von der UVB durchführen lassen, suchen Sie bitte, wenn Sie sich bei einem Dienstunfall medizinisch behandlungsbedürftige Verletzungen zugezogen haben, umgehend einen Durchgangsarzt auf. Durchgangsärzte sind in der Regel Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (bundesweit ca. 3.800), die für die medizinische Versorgung von Unfallverletzungen besonders qualifiziert und zugelassen sind.
 
Ein Verzeichnis der (wohnortnahen) Durchgangsärzte finden Sie hier.

Sie weisen den Durchgangsarzt bitte darauf hin, dass sie nicht gesetzlich unfallversichert sind, beziehen sich auf die Teilnahme an dem Modellprojekt und erklären ihren Wunsch, die Überwachung und Steuerung des Heilverfahrens von der UVB durchführen zu lassen. Die Durchgangsärzte sind über das Modellprojekt unterrichtet und halten für diese Erklärung ein Formular bereit. Das Gleiche gilt für die Schweigepflichtentbindungserklärung. Diese ist unter anderem erforderlich, damit die UVB zwecks Durchführung der Überwachung und Steuerung des Heilverfahrens Berichte der behandelnden Ärzte einholen kann.

Auch im weiteren Verlauf des Heilverfahrens haben Sie noch die Gelegenheit, Ihre Inanspruchnahme des Beratungs- und Betreuungsangebots der UVB zu erklären.

Der Durchgangsarzt führt die Untersuchung und Behandlung analog den in der gesetzlichen Unfallversicherung vorgesehenen Heilverfahrensarten durch und leitet gegebenenfalls weitere Behandlungsmaßnahmen ein. Über die Untersuchung und Behandlung erstellt er den Durchgangsarztbericht, den er zusammen mit Ihren Formularerklärungen an die UVB übermittelt.

Die Behandlung wird privatärztlich abgerechnet. Die Abrechnung führt die UVB durch; eine Rechnungstellung an Sie findet nicht statt.

Sobald die UVB von dem Dienstunfall Kenntnis erlangt hat, nimmt sie die Überwachung und Steuerung des Heilverfahrens auf. Sie prüft, ob aufgrund der Art oder Schwere der Verletzung die Verlegung in eine spezielle Einrichtung zu veranlassen ist, und berät und betreut Sie und Ihre Angehörigen.

Bearbeitung ohne Heilverfahrenssteuerung

Wünschen Sie nicht, die Überwachung und Steuerung des Heilverfahrens von der UVB durchführen zu lassen, stellen Sie sich nach dem Eintritt eines Dienstunfalls mit medizinisch behandlungsbedürftigen Verletzungen bei einem Arzt Ihrer Wahl vor.

Die Behandlung wird privatärztlich abgerechnet. Rechnungen über Kosten des Heilverfahrens reichen Sie bitte bei der UVB ein, die Ihnen die notwendigen und angemessenen Kosten erstattet.

Sachbearbeitung und Sachschadenersatz

Im Weiteren führt die UVB die Bearbeitung Ihrer Dienstunfallangelegenheit durch. Sie prüft und bescheidet, ob ein Dienstunfall vorliegt. Bei Bedarf veranlasst sie Ihre medizinische Begutachtung und entscheidet über die Gewährung eines Unfallausgleichs.

Die Sachbearbeitung umfasst ferner den Ersatz eventueller Sachschäden, die Erstattung besonderer Aufwendungen (§ 32 BeamtVG), die Sachschadensersatzgewährung nach § 78 BBG sowie die Geltendmachung dienstunfallbedingter Schadensersatzansprüche gegen Dritte (§ 76 BBG). Die UVB entscheidet in Dienstunfallangelegenheiten des Modellprojekts auch über Widersprüche der Verunfallten und vertritt den Dienstherrn in verwaltungsgerichtlichen Verfahren.

Weiterführende Hinweise zum Meldeverfahren, der Abrechnung der Heilverfahrenskosten, zum Abschluss des Heilverfahrens und der Feststellung der Unfallfolgen finden Sie hier.